Yahoo Beta

Wie kommt man eigentlich zu seiner Email-Adresse? Oder genauer gesagt, zu dem Anbieter der eigenen Email-Adresse? Gmail, Hotmail, Yahoo, Web.de, etc.pp. – die Auswahl ist riesengroß, also wie entscheidet man sich? Ich bin schon immer eifriger Yahoo-Nutzer und der Grund dafür ist relativ simpel: Als ich Ende des letzten Jahrhunderts dazu kam, meine erste Email-Adresse einzurichten, habe ich einen Bekannten gefragt, der davon Ahnung hatte, denn ich hatte noch keine. Er schlug Yahoo vor und so war die Entscheidung getroffen. Mit Yahoo bin ich immer sehr gut gefahren und stelle gerade jetzt häufig fest (mittlerweile auch mit ein wenig Vergleichs-KnowHow), welche Vorteile Yahoo mit sich bringt. Ein Wechsel ist heutzutage ohnehin schon problematisch, weil der eigene Name meist schon vergeben ist. Möglich sind oft nur unzufriedenstellende Lösungen … beispielsweise mit Zahlenergänzungen hinter dem Namen (Geburtsjahr, Hausnummer oder Anzahl der eigenen Kinder).

Prima finde ich, dass ich mit Yahoo beinahe alles abgedeckt habe, was ich brauche: Emails, Adressbuch (ok, bis hierhin ist das nicht sonderlich spektakulär), aber auch: Kalender, Notizblock, Bookmarks, Dokumentenablage und Fotos. Genial ist bei Yahoo der mit 1 GB nahezu unbegrenzte Speicherplatz. Und der Speicherplatz für Fotos ist anscheinend wirklich unbegrenzt (so glaube ich, da ich noch keine Beschränkung entdeckt habe – liege ich richtig?). Praktisch ist natürlich auch, dass Yahoo die Foto-Community “Flickr” aufgekauft hat und dass sich dort nun alle Yahoo-Nutzer mit ihrem Yahoo-Passwort einloggen können. Yahoo ist für mich somit “all in one”, vielleicht ähnlich wie es für Michael Kerres das Google-Universum ist.

Mit einer Beta-Version will Yahoo nun noch einmal nachlegen. Die neue Version gibt den bekannten Funktionalitäten (bisher leider nur der Email-Verwaltung und dem Adressbuch) eine neue Benutzeroberfläche (viel Drag & Drop ähnlich wie bei Outlook) und ermöglicht nun auch die Verwaltung eines individuellen Newsfeeds. Das ist für mich sehr praktisch, da ich bisher im Büro sowie zu Hause meine Feeds jeweils per Flock-Browser zog und stets zwei unterschiedliche Stände gelesener Feeds zu bewältigen hatte. Das hat nun ein Ende … dachte ich zumindest, nachdem ich diese Möglichkeit entdeckte, die auch gut funktioniert … aber leider ist Yahoo Beta noch extrem langsam, was den Spass ein wenig verdirbt. Aber es heißt ja nicht umsonst “Beta” …

Ein kurzes Wort noch zu den vielen verschiedenen Internetanbietern, die es in Deutschland gibt. Wenn man hier Kunde wird, erhält man in den meisten Fällen auch gleich eine eigene Email-Adresse des Anbieters, die – zu meiner Überaschung – nicht selten auch genutzt wird. Oft handelt es sich bei diesen Nutzern – nach meiner Erfahrung – um Anwender, die nicht so tief in die Welt des Internets abgetaucht sind und über vergleichsweise wenig Erfahrung verfügen. Offensichtlich besteht hier der Glaube, der Internet-Anbieter und der Email-Anbieter wären untrennbar miteinander verbunden (das gilt sicher nicht für alle Nutzer einer anbieterabhängigen Emailadresse!). Die Möglichkeit, eine anbieterunabhängige Email-Adresse zu wählen, die nicht mit jedem neuen Internetanbieter gewechselt werden muss, ist für viele jedoch immer noch eine neue Information. Auf ähnliche Weise passiert es vermutlich auch, dass noch weitere anbieterspezifische Produkte – wie beispielsweise Browser – auf den heimischen PCs installiert werden.

Die Beobachtung, dass solche Phänomene immer noch an der Tagesordnung sind, deutet auf eine gewisse Schere zwischen dem Wunsch und der Wirklichkeit von Web 2.0 hin. Wie versiert sind die Internetnutzer in Deutschland? Und: Handelt es sich hier um eine Generationenfrage? Wächst die junge Generation viel natürlicher mit dem Internet auf und wird automatisch zu den versierteren Nutzern? Die Zeit (frei nach Walter Moers: das schrecklichste Ungeheuer der Welt) wird es zeigen!

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